Biografie von Karl Stern, Elisabeth Stern und Gerta Stein
Karl Stern wurde 1890 in Goch als Sohn des Zigarrenfabrikanten Adolf Stern geboren. Er war bei der Deutschen Bank beschäftigt, zunächst in Goch, dann in Saarbrücken, wo er im August 1920 Elisabeth Wellmann, die katholisch war, heiratete. Kurz nach der Eheschließung konvertierte Karl Stern zum katholischen Glauben. Die 1921 in Saarbrücken geborene Tochter Gerta wurde katholisch erzogen.
Für die Nationalsozialisten war dies ohne Bedeutung. Sie verfolgten die Juden aus rassischen Gründen. Zum 1.7.1937 wurde Karl Stern, der zuletzt als Prokurist tätig gewesen war, zwangspensioniert. Er erhielt nur eine kleine Rente. Familie Stern zog nach Kleve, wo sie zunächst eine Wohnung im Haus Styrum, einem früheren Hotel in der Tiergartenstraße fanden, die sie Anfang 1939 auf Druck der Stadt räumen mussten. Nur mit großen Mühen gelang es ihnen, eine neue Wohnung in der Nimweger Straße zu finden. 1941 wurde Karl Stern vom Arbeitsamt zu schwerer körperlicher Arbeit in verschiedenen Industriebetrieben wie dem Hochofenwerk in Duisburg-Hochfeld und der Benzin-Fabrik in Utfort gezwungen. Dieser Arbeit war er körperlich nicht gewachsen. Im Juli 1942 wurde er in das St.-Antonius-Hospital eingeliefert, wo er am 16.10.1942 an den Folgen der Zwangsarbeit im Alter von 51 Jahren verstarb. Auf seiner Sterbeurkunde wurde als Religionszugehörigkeit „katholisch früher mosaisch“ angegeben.
Elisabeth Stern wohnte bis Ende der 1950er-Jahre in der Nimweger Straße 58, dann verzog sie nach Düsseldorf.
Über Gerta Stern ist nicht viel bekannt. Doch kann man sicher sein, dass sie, von den Nationalsozialisten zum Mischling 1. Grades erklärt, von Diskriminierung betroffen war. 1938 reiste sie für ein Jahr nach Italien, um Sprachunterricht zu nehmen. Als „Rückwandererin“ geriet sie danach in das Visier der Gestapo, die eine Akte über sie anlegten. Hieraus ergibt sich, dass Gerta Stern, die nun wieder bei ihren Eltern wohnte, als „Halbjüdin“ weiter unter Beobachtung der Gestapo stand. Zunächst musste sie als „Pflichtmädel“ in einem Klever Haushalt arbeiten. Das Arbeitsamt wurde angewiesen, sie nicht in „geschützte“ Betriebe zu vermitteln und jede neue Dienststelle vorab an die Gestapo zu melden. Nach dem Krieg war Gerta Stern bis zu ihrer Heirat als Dolmetscherin tätig.
Karl Stern (Goch 1890 - 1942 Kleve)
Elisabeth Stern geb. Wellmann (Düsseldorf 1891 – 1965 Düsseldorf)
Gerta Stern geb. 1921 in Saarbrücken
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Quellen & Impressum
Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.
mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.
Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de