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Selma und Hugo und Cläre und Ruth Rosenhoff

Biografie von Hugo Meyer-Rosenhoff, Selma Meyer-Rosenhoff, Ruth Rosenhoff und Claire Rosenhoff

Hugo Mey­er-Ro­sen­hoff und sei­ne Frau Sel­ma Mey­er-Ro­sen­hoff geb. Lö­wen­stein verw. Nuss­baum wohn­ten mit ih­ren Töch­tern Ruth und Clä­re in der Bör­de­stra­ße 20.

Der Kauf­mann Hugo Mey­er-Ro­sen­hoff stamm­te aus Bie­le­feld wo er 1887 ge­bo­ren wur­de. Ab 1923 wohn­te er in Os­ter­holz-Scharm­beck. Er hei­ra­te­te Sel­ma ge­bo­re­ne Lö­wen­stein, ver­wit­we­te Nuss­baum, die ein Ma­nu­fak­tur-und Mo­de­ge­schäft führ­te. Sel­ma wur­de 1889 in Ober­m­öll­rich, ge­bo­ren.

Ihre Töch­ter Clä­re (*1927) und Ruth (*1924) wa­ren die jüngs­ten Op­fer der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ver­fol­gung in der Re­gi­on Os­ter­holz-Scharm­beck. Die Ge­schwis­ter Ruth und Clä­re Ro­sen­hoff ha­ben ihre Kind­heit im Stadt­teil Os­ter­holz ver­bracht. Sie be­such­ten die Fin­dorff­schu­le und wa­ren Mit­glied im Turn­ver­ein „Gut Heil.“ Die Dis­kri­mi­nie­rung der jü­di­schen Bür­ger in Deutsch­land hat­ten auch für die Schul­kin­der Ruth und Clä­re in Os­ter­holz-Scharm­beck trau­ri­ge Fol­gen. Die Mäd­chen wur­den u.a. vom Be­such im Turn­ver­ein aus­ge­schlos­sen.

In der Po­grom­nacht vom 09.11.1938 wur­de die Fa­mi­lie Mey­er-Ro­sen­hoff wie alle an­de­ren jü­di­schen Bür­ger in OHZ von der SS ter­ro­ri­siert. Hugo Mey­er-Ro­sen­hoff wur­de im Kel­ler sei­nes Hau­ses schwer miss­han­del­tet. Trotz sei­ner schwe­ren Ver­let­zun­gen wur­de er ver­haf­tet und wie vie­le an­de­re Os­ter­hol­zer Ju­den, Hen­ny Co­hen und ihre Cou­si­ne Han­ny und An­ge­hö­ri­ge der Fa­mi­lie Da­vid­sohn in „Schutz­haft“ im Amts­ge­richt Blu­men­thal ge­nom­men.Das klei­ne Ma­nu­fak­tur-und Mo­de­wa­ren­ge­schäft der Fa­mi­lie Ro­sen­hoff wur­de un­mit­tel­bar nach der Po­grom­nacht ge­schlos­sen.

Ein paar Tage nach der Po­grom­nacht wur­den die Ge­schwis­ter Ruth und Clä­re auch der Schu­le ver­wie­sen. Sie zo­gen nach Ham­burg zu Ver­wand­ten und be­such­ten dort eine jü­di­sche Schu­le (Tal­mud-Tora-Schu­le im Grin­del) in Ham­burg. 1941 kehr­ten sie zu­rück zu ih­ren El­tern nach Os­ter­holz-Scharm­beck.

Am 24. Ok­to­ber 1941 wur­de der De­por­ta­ti­ons­be­fehl durch Kurt Da­lue­ge be­kannt ge­ge­ben. Am 17.No­vem­ber 1941 wur­den Hugo und Sel­ma Ro­sen­hoff mit ih­ren Töch­tern Ruth und Clä­re ver­haf­tet und nach Bre­men ge­bracht.

Am 18. No­vem­ber 1941 wur­den vom Bre­mer Haupt­bahn­hof /Lloydbahn­hof aus 440 Ju­den aus Bre­men und 130 aus dem Re­gie­rungs­be­zirk Sta­de nach Minsk de­por­tiert. Un­ter ih­nen die Fa­mi­lie Ro­sen­hoff. Als Sam­mel­un­ter­kunft dien­ten zu­vor Schul­hof und Turn­hal­le des Gym­na­si­ums am Bark­hof. Der Zug fuhr am 18.No­vem­ber um 8.40 Uhr in Bre­men ab und er­reich­te Ham­burg um 11.32 Uhr. Hier stie­gen wei­te­re 408 Men­schen aus Ham­burg und Um­ge­bung zu.

Am 23. No­vem­ber er­reich­te der Zug Minsk. Über das wei­te­re Schick­sal der Fa­mi­lie Ro­sen­hoff ist nichts be­kannt. Sie ka­men ent­we­der be­reits im ers­ten Win­ter im Ghet­to von Minsk oder 1942 im Rah­men der Mas­sen­tö­tun­gen durch Ver­ga­sen oder Er­schie­ßen ums Le­ben. Ver­mut­li­ches To­des­da­tum der Schwes­tern: 28. Juli 1942.

Li­te­ra­tur­hin­weis: Jü­di­sche Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Os­ter­holz-Scharm­beck, Schick­sa­le in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus 1933-1945 von Ilse Schrö­der, Son­ja K. Sancken und Horst Bött­jer, Hrsg.: Stadt Os­ter­holz-Scharm­beck, Nov.2015

Au­to­rin: Bri­git­te Stür­mer

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