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Moritz und Wilhelm Aron

Biografie von Wilhelm und Moritz Aron

Moritz Aron geb. 11. Oktober 1873

Am 23. Juli 1942 im Al­ter von 69 Jah­ren wur­de Mo­ritz Aron nach The­re­si­en­stadt (heu­te Tsche­chi­en) de­por­tiert. Von The­re­si­en­stadt wur­de Mo­ritz Aron in das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ausch­witz ver­schleppt und dort im Mai 1944 in den Gas­kam­mern er­mor­det.

Wilhelm Aron geb 9. Januar 1895 / gest. 2.Januar.1973 – also kurz vor Voll­endung sei­nes 78. Le­bens­jah­res !

Wil­helm Aron wur­de im Sep­tem­ber 1944 zu­sam­men mit Toch­ter An­ne­lie (1925-2008) und Sohn Wil­helm Ju­ni­or (1918-2003) von der Ge­sta­po ver­haf­tet. Wil­helm und sein Sohn ka­men 1944 zu­nächst in das Zwangs­ar­bei­ter La­ger Far­ge für den Bau des U-Boot Bun­kers Va­len­tin. Für Va­ter Wil­helm ging es nach ei­ni­gen Wo­chen wei­ter nach We­ser­mün­de. Von dort aus wur­de er An­fang April 1945 mit der letz­ten Nord­deut­schen De­por­ta­ti­on nach The­re­si­en­stadt ge­bracht.

Nach der Be­frei­ung durch die Rote Ar­mee kehr­te Wil­helm Aron im Som­mer 1945 nach Os­ter­holz-Scharm­beck zu­rück. Auch sei­ne Toch­ter und sein Sohn kehr­ten nach dem Krieg in ihre Hei­mat­stadt zu­rück. Bei­de wa­ren zur Zwangs­ar­beit in Bre­men-Os­lebs­hau­sen ( Fa. Krupp ) und Far­ge und KZ Dach­au ein­ge­setzt.

Va­ter Wil­helm und sei­ne bei­den Kin­der wa­ren die Ein­zi­gen der ver­folg­ten Ju­den, die als Über­le­ben­de nach OHZ zu­rück­kehr­ten.Weil Wil­helm Arons Frau kei­ne Jü­din war, war nie­mand aus sei­ner en­ge­ren Fa­mi­lie mit den an­de­ren Ju­den aus OHZ de­por­tiert wor­den.Die „Misch­ehe“ hat­te die Ver­fol­gung ab­ge­mil­dert. Von sei­ner La­ger­zeit er­zähl­te Wil­helm Aron nicht viel.

Noch 1945 wur­de Wil­helm Aron von der ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tär­re­gie­rung in den „Zwöl­fer­aus­schuss“ be­ru­fen, wel­cher dem ers­ten Land­rat der Nach­kriegs­zeit, be­ra­tend zur Sei­te stand. In der ehe­ma­li­gen Syn­ago­ge in der Bahn­hof­stra­ße rich­te­te Wil­helm Aron ein Ge­werk­schafts­bü­ro ein. Spä­ter wur­de er Eh­ren­vor­sit­zen­der der DGB Orts­grup­pe.

Im Sep­tem­ber 1945 konn­te er die Zu­las­sung zur Grün­dung des VSK ( Ver­ein für Sport und Kör­per­pfle­ge ) durch­set­zen. Dank sei­ner Be­mü­hun­gen, sie als Spar­te des VSK ein­zu­glie­dern , konn­te auch die Scharm­be­cker Speel­de­el wie­der auf­tre­ten. Wil­helm Aron en­ga­gier­te sich auch sehr stark in der Ju­gend­ar­beit und Ju­gend­für­sor­ge in­ner­halb der Stadt. Aron trat wie­der der SPD bei und war von 1946 – 1964 Mit­glied des Stadt­ra­tes. Im Zu­sam­men­hang mit der Dre­be­low Af­fä­re trat er 1963/​1964 aus der SPD aus. Kurz vor sei­nem Tode lehn­te die SPD Frak­ti­on den An­trag der CDU ab, die neue Sport­hal­le an der Lan­gen Stra­ße nach ihm zu be­nen­nen….

15.6.22 / Hart­mut Ober­stech

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