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Erna und Ingeborg und Johanne Cohen

Biografie von Johannes, Erna und Ingeborg Cohen

Die Stol­per­stei­ne als Er­in­ne­rung an die jü­di­sche Fa­mi­lie Co­hen in Rit­ter­hu­de wur­den von Gi­se­la Acker­mann, der Freun­din und Mit­schü­le­rin von In­ge­borg Co­hen ge­stif­tet.

Johannes Cohen wur­de wie sei­ne Vor­fah­ren, Schlach­ter­meis­ter und über­nahm ab 1921 die Schlach­te­rei sei­nes Va­ters in Rit­ter­hu­de. Am 29.06.1921 hei­ra­te­te er Erna Goldmann aus Sand­stedt/​We­ser­mün­de. Ihr ers­ter Sohn Heinz August Cohen wur­de 1922 ge­bo­ren und starb 1927. Ingeborg Cohen wur­de am 21.Ja­nu­ar 1927 ge­bo­ren.

Novemberpogrom 1938

Die Fa­mi­lie Co­hen wur­de in der Mor­gen­däm­me­rung des 10.No­vem­ber 1938 noch un­voll­stän­dig be­klei­det auf Be­fehl des Le­su­mer Bür­ger­meis­ters Kös­ter von SA-Leu­ten aus dem Haus ge­zerrt, in der Wüm­me­nie­de­rung aus­ge­setzt und durch die Wie­sen ge­jagt.

Deportation 1941 von Bremen über Hamburg nach Minsk

Nach dem De­por­ta­ti­ons­be­fehl am 24.Ok­to­ber 1941 durch Kurt Da­lue­ge wur­den am 18. No­vem­ber 1941 vom Bre­mer Haupt­bahn­hof aus 570 Ju­den nach Minsk de­por­tiert. 440 Ju­den ka­men aus Bre­men und 130 aus dem Re­gie­rungs­be­zirk Sta­de. Der Zug ver­ließ mor­gens um 8.40 Uhr die Stadt Bre­men in Rich­tung Ham­burg. In die­sem Zug sa­ßen die drei Rit­ter­hu­der Fa­mi­li­en Co­hen, ter Berg und Si­mon. Eben­falls wa­ren in die­sem Zug enge Ver­wand­te und Freun­de aus Bre­men und dem Re­gie­rungs­be­zirk Sta­de.

Deportation in das Vernichtungslager Minsk am 18.11.1941

Johannes Cohen wur­de am 18.11.1941 von Bre­men aus über Ham­burg in das Ghet­to Minsk de­por­tiert und dort er­mor­det.

Erna Cohen geborene Goldmann (geb.31.12.1898 in Sand­stedt) wur­de am 18.11.1941 von Bre­men aus über Ham­burg in das Ghet­to Minsk de­por­tiert und dort er­mor­det.

Ingeborg Cohen, wur­de 15jäh­rig am 18.11.1941 von Bre­men aus über Ham­burg in das Ghet­to Minsk de­por­tiert und dort er­mor­det.

Familienmitglieder der Ritterhuder Cohen

Frieda Cohen ge­bo­ren 20.09.1879 in Rit­ter­hu­de, leb­te mit ih­rem Mann Siegfried Goldmann in Ha­gen. Frie­da ist Toch­ter von Au­gust Co­hen und Ro­sa­lie Gold­berg und Zwil­lings­schwes­ter von Ja­cob Co­hen, der 1904 beim Mi­li­tär ver­stor­ben ist. Frie­da wur­de von den Na­zis nach Grö­pe­lin­gen in das Al­ters­heim ge­bracht. Am 23.Juli 1942 wur­de sie zu­sam­men mit ih­rem Ehe­mann Siegfried Goldmann in das Al­ters­ghet­to The­re­si­en­stadt de­por­tiert und 1942 in das Ver­nich­tungs­la­ger Treb­lin­ka ver­schleppt und dort er­mor­det.

Johanne Sara Cohen, Wit­we des Si­mon Gut­h­mann aus Bre­men, konn­te zu ih­rem Sohn Hen­ry Gut­h­mann, ei­nem Baum­woll­fach­mann, nach Bra­si­li­en aus­rei­sen. Jo­han­ne Sa­ras Toch­ter, Hannchen Erna Sara Guthmann, wur­de eben­falls von ih­rem Bru­der Hen­ry Gut­h­mann in Bra­si­li­en auf­ge­nom­men. (Pass: Jo­han­na Sa­rah Gut­h­mann, Nr. 83.656, Po­li­cia Bre­men, 28.Febr. 1939). Hen­ry Gut­h­mann, Nef­fe von Jo­han­nes Co­hen aus Rit­ter­hu­de, ge­hör­te in den 1920i­ger Jah­ren zu den schnells­ten Läu­fern Nord­deutsch­lands.

Au­tor: Bri­git­te Stür­mer

Quel­len: Ge­denk­buch der Op­fer der Ver­fol­gung der Ju­den un­ter der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ge­walt­herr­schaft in Deutsch­land 1933-1945, Yad Vas­hem

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