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Paula und Hartog Ter Berg

Biografie von Har­tog Isaak und Paula ter Berg

Hartog Isaak ter Berg wur­de am 12.07.1886 in Rit­ter­hu­de ge­bo­ren. Er hei­ra­te­te am 14.10.1913 Paula Wolff aus Bedburg (02.06.1886-28.07.1942).

Ihre Söh­ne, Er­win ter Berg wur­den am 09.09.1914 in Bre­men und Adolf Adri­an ter Berg am 27.06.1917 in Rit­ter­hu­de ge­bo­ren.

Har­tog Isaak ter Berg war ab 09.09.1914 Kauf­mann in Rit­ter­hu­de. Sein Va­ter Har­tog ter Berg führ­te in Rit­ter­hu­de ein Tex­til­ge­schäft, das Har­tog Isaak nach dem Tode des Va­ters mit sei­ner Frau Pau­la, ei­ner Schnei­der­meis­te­rin, wei­ter­führ­te.

Ab 01.April 1933, mit der Macht­über­nah­me Adolf Hit­lers tes­te­ten die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten mit ei­nem reichs­wei­ten Boy­kott jü­di­scher Ge­schäf­te, Rechts­an­walts-und Arzt­pra­xen, wie das Aus­land auf die­se ras­sis­ti­sche und men­schen­ver­ach­ten­de Ak­ti­on re­agie­ren wür­de. In ei­nem Be­richt des Os­ter­hol­zer Kreis­blat­tes vom 01.04.1933 wird be­rich­tet, dass SA-Män­ner vor den jü­di­schen Ge­schäf­ten stan­den und vor dem Ein­kauf bei Ju­den warn­ten. Ein Trupp SA durch­zog den Ort mit ei­nem Pla­kat zum Boy­kott. Auch auf das Tex­til­wa­ren­ge­schäft der Fa­mi­lie ter Berg wirk­te sich der Boy­kott aus. An­fang 1938 muss­te Har­tog Isaak ter Berg sein Ge­schäft an ei­nen „ari­schen“ Ge­schäfts­mann ver­kau­fen.

Novemberpogrom 1938 in Ritterhude

In der Nacht zum 10.No­vem­ber 1938 wur­den im ge­sam­ten Deut­schen Reich Schau­fens­ter­schei­ben jü­di­scher Ge­schäfts­in­ha­ber ein­ge­schla­gen, Woh­nun­gen jü­di­scher Fa­mi­li­en ge­plün­dert und Syn­ago­gen an­ge­zün­det. In die­ser Nacht vom 09. auf den 10. No­vem­ber 1938, der so­ge­nann­ten „Reichs­kris­tall­nacht“, ver­haf­te­te Fritz Kös­ter, da­ma­li­ger Bür­ger­meis­ter aus Les­um die Fa­mi­lie ter Berg aus Rit­ter­hu­de.

Der Be­fehl lau­te­te, die Fa­mi­lie auf ein frei­es Feld zu füh­ren und dort zu er­schie­ßen. Kös­ter und sein Trupp­füh­rer lie­ßen die ter Bergs un­ter Ab­ga­be ei­nes Schreck­schus­ses lau­fen. Har­tog Isaak ter Berg ge­lang es aus den Wie­sen zu flüch­ten. Er wur­de von dem Zi­gar­ren­ma­cher Kuhl­mann auf­ge­nom­men und im Schrank ver­steckt. Kuhl­mann wur­de de­nun­ziert. Die SA mal­te dar­auf bei Kuhl­mann nachts die Fens­ter blau an und brach­te Schil­der mit der Auf­schrift an -Hier wohnt ein Ju­denk­necht- . Sei­ne Frau Pau­la ter Berg fand eine mit­lei­di­ge See­le, die ihr erst ein­mal Kaf­fee koch­te, als sie aus den Wie­sen zu­rück kam. Pau­la ter Berg war bis zu den Hüf­ten nass und ver­dreckt. (Rit­ter­hu­der Hef­te Nr.11, Do­ku­men­ta­ti­on er­in­nern,mah­nen,ler­nen,1988 Ver­gesst es nie und seid wach­sam!). Sie wur­de spä­ter heim­lich durch die Gär­ten in die Arzt­pra­xis Ca­se­litz ge­bracht, wo ihre Wun­den ärzt­lich ver­sorgt wur­den. Kur­ze Zeit spä­ter wur­de die Fa­mi­lie ter Berg in das Ge­fäng­nis nach Les­um ge­bracht. Da­nach wur­den sie, wie die meis­ten Ju­den, in ein sog. Ju­den­haus in Bre­men in der Hum­boldt­stra­ße Nr.10 ein­ge­wie­sen, um dann am 18.No­vem­ber 1941 nach Minsk de­por­tiert zu wer­den.

Deportation der Familie ter Berg am 18.November 1941 nach Minsk

Hartog Isaak ter Berg wur­de am 18.11.1941 von Bre­men über Ham­burg nach Minsk de­por­tiert. To­des­da­tum : 28.07.1942 im Ghet­to Minsk .

Paula ter Berg, geborene Wolff, wur­de am 18.11.1941 von Bre­men über Ham­burg nach Minsk de­por­tiert. To­des­da­tum: 28.07.1942 im Ghet­to Minsk.

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