Biografie von Boris Ledermann
Heutige Adresse: Richard-Hirschmann-Straße 17
Boris Ledermann
Boris Ledermann ist am 16. Oktober 1923 als Sohn des russisch-jüdischen Ingenieurs Moisey Ledermann und der evangelisch getauften Johanna Elise geb. Haas in Stuttgart zur Welt gekommen. Er und seine jüngere Schwester Tamara Marta (geb. 1929) waren ebenfalls evangelischer Konfessionszugehörigkeit. Boris wurde 1939 in der Johannes-Gemeinde in Esslingen konfirmiert.
Er besuchte bis 1939 das Georgii-Gymnasium in Esslingen, ehe zunächst der Vater und dann die ganze Familie 1941 nach Tienen in Belgien auswanderte, wo Boris zunächst auch weiter die Schule besuchte. Nach dem Überfall der Nationalsozialisten auf Russland sollte Boris Ledermanns Vater verhaftet werden. Die Gestapo traf jedoch im Haus der Familie nur den Sohn an und verschleppte ihn ins KZ Breendonk, in dem er drei Monate lang festgehalten wurde. Er kam wahrscheinlich im September 1941 ums Leben. Über die Ursache sind sich diverse Quellen uneinig, jedoch wurde der damals wohl noch 17-jährige in Tienen beigesetzt mit dem Todesdatum 22. September 1941. Der Totenschein wurde jedoch in einem Militärlazarett in Antwerpen ausgestellt.
An seiner ehemaligen Schule, dem heutigen Georgii-Gymnasium befindet sich ein weiterer Gedenkstein.
Quellen:
J. Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen
DENK-ZEICHEN e.V., Esslingen
Stuttgarter Zeitung: Stolpern über ein Schülerschicksal, 25.11.2011
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