Biografie von Jette Löwenthal, Ilse Löwenthal und Rosalie Oppenheimer
Heutige Adresse: Obertorstraße 45
Jette Löwenthal
Jette Löwenthal geb. Wertheimer (* 22. August 1873) heiratete 1897 den Gasthausbesitzer Leopold Löwenthal, der eine Handlung für chemisch-technische Produkte gründete. Mit ihm bekam sie 3 Kinder.
Rosa (geb. 1898) heiratete 1923 den evangelischen Kaufmann Walter Friedrich und trat aus der jüdischen Gemeinde aus. Dennoch wurde sie mit ihrem Mann zwangsevakuiert und 1945 ins KZ Theresienstadt deportiert, aus welchem sie schwer krank wieder zurück kam.
Ihr Bruder Hermann (geb. 1903) heiratete die Tübingerin Erna Marx, arbeitete noch kurz im elterlichen Betrieb und konnte mit Familie 1939 nach Verschleppung ins KZ Dachau noch in die USA emigrieren.
Die jüngste Tochter Ilse (geb. 1909; siehe Stein daneben) war Sekretärin im Israelitischen Waisenhaus in Esslingen und wurde 1941 nach Riga deportiert, wo sie vermutlich im Jahr darauf ermordet wurde.
Nach Leopolds Tod im Jahr 1932 führte Jette das Geschäft in der Obertorstraße weiter, bis es 1938 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Sie wurde am 22. August 1942 über das jüdische Zwangsaltenheim Tigerfeld nach Theresienstadt deportiert, wo sie im Frühjahr 1943 umkam. Die Angaben über ihr genaues Todesdatum sind uneinheitlich.
Ilse Löwenthal
Ilse Löwenthal, geboren am 5. März 1909, war eine Tochter von Leopold und Jette Löwenthal. Sie arbeitete als Sekretärin im Israelitischen Waisenhaus Wilhelmspflege und lebte im Haus ihrer Eltern. Am 1. Dezember 1941 wurde sie mit anderen Juden aus Esslingen und der ganzen Region nach Riga in Lettland deportiert und danach ermordet; in einer Todeserklärung wurde als Todestag der 26. März 1942 angegeben, an welchem es vermutlich zu einer großen Massenerschießung kam.
Rosalie Oppenheimer
Rosalie Oppenheimer, geb. Löwenthal (geb. am 8. Dezember 1870) war eine Tochter von Emma und Moritz Löwenthal. Sie heiratete Moritz Oppenheimer, der später mit ihrem Bruder Leopold die Viehhandlung ihres Vaters übernahm. Aus der Ehe gingen der Sohn Berthold (siehe Neckarstraße 85) und die Tochter Erna hervor. Nachdem sie zwangsenteignet worden war, lebte Rosalie Oppenheimer im Jüdischen Altersheim in Stuttgart.
1942 wurde sie deportiert. Nach Stationen im jüdischen Zwangsaltenheim Tigerfeld und in Theresienstadt wurde sie im Vernichtungslager Maly Trostinec ermordet.
Quellen:
J. Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen
DENK-ZEICHEN e.V., Esslingen"
Medien
Fotos
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