Zum Inhalt springen

Wohnhaus Familie Schönhaar

Biografie von Eugen, Odette und Carlo Schönhaar

Heutige Adresse: Hindenburgstraße 48

Wohnhaus Familie Schönhaar
Eugen Schönhaar
Eugen Schönhaar (geboren am 30. Oktober 1898) war ein Sohn von Karl und Marie Schönhaar. Er wuchs in der Oberen Beutau 6 auf, war schon als Jugendlicher in der sozialistischen Jugend aktiv und absolvierte eine Lehre zum Eisendreher. Später war er Facharbeiter an der Maschinenfabrik Esslingen. 1916 wurde er wegen Teilnahme an einer illegalen Antikriegsdemonstration zu drei Monaten Haft verurteilt. 1917 wurde er an die Front geschickt, wo er verwundet wurde. Seine Verletzungen wurden im israelitischen Waisenhaus in Esslingen, das zu dieser Zeit als Lazarett genutzt wurde, versorgt.
Nach dem Lazarettaufenthalt wurde er wegen Fahnenflucht verurteilt und bis zur Novemberrevolution 1918 inhaftiert.
Der Ehe mit seiner Frau Odette entstammt sein Sohn Carlo, der 1924 geboren und 1942 hingerichtet wurde. Ab 1920 wohnte die Familie in der Hindenburgstraße 48.
Nachdem 1918 die KPD gegründet worden war, wurde er in dieser Partei aktiv. Ab 1920 gehörte er der Reichsführung der KJD an. Er wurde Redakteur der Jungen Garde und hatte führende Aufgaben in der Jugendinternationale, der Internationalen Arbeiterhilfe und später sogar dem Zentralkomitee der KPD in Berlin. Schönhaar organisierte nach der Machtübernahme der NSDAP antifaschistische Flugschriften. Er wurde am 11. November 1933 verhaftet und ins KZ Oranienburg gebracht. Am 1. Februar 1934 soll er auf dem Weg zum Gestapogefängnis in der Prinz-Albrecht-Straße „auf der Flucht erschossen“ worden sein.
Seit 1954 finden am Kilometerberg im Ortsteil Berlin-Wannsee Gedenkveranstaltungen für Eugen Schönhaar und die drei anderen dort ermordeten Widerstandskämpfer statt. Dort befindet sich auch ein Gedenkstein für die vier Widerstandskämpfer.
Im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg wurde die Eugen-Schönhaar-Straße nach ihm benannt.

Odette Schönhaar
Odette Schönhaar wurde am 02. Oktober 1901 in Laussanne, (Canton de Vaud) Schweiz geboren. Sie war seit 1924 die Frau von Eugen Schönhaar und die Mutter von Carlo Schönhaar. Als im Februar 1934 ihr Ehemann im Berliner Gestapogefängnis Prinz-Albrecht-Straße ermordet wird, befindet sie sich mit dem neunjähriger Sohn Carlo bei den Großeltern in Lausanne im sicheren Ausland. Kurz darauf muss die Familie die Schweiz verlassen und begibt sich illegal nach Frankreich. Seit 1941 lebt die Familie in Paris, wo Carlo das Gymnasium besucht und Kontakte zur französischen Widerstandsbewegung knüpft. Er schließt sich den Bataillons de la Jeunesse an und wird nach einem Streik von der Schule verwiesen.
Im März 1942 wird Carlo Schönhaar zusammen mit einigen seiner französischen Freunde in Paris verhaftet. Das Kriegsgericht verurteilt alle Angeklagten zum Tode. Carlo Schönhaar wird im Alter von 17 Jahren am 17. April 1942 zusammen mit seinen französischen Freunden auf dem Mont Valerien in Paris ermordet.
Seine Mutter Odette, die sich ebenfalls der französischen Widerstandsbewegung angeschlossen hat, kommt vier Tage nach der Festnahme ihres Sohnes in Haft. Aus dem Pariser Gestapogefängnis nach Deutschland verbracht, kann sie schließlich im Mai 1945 im Konzentrationslager Ravensbrück ihre Befreiung erleben.

Carlo Schönhaar
Geb. am 20. November 1924 – ermordet am 17. April 1942 in Paris.
Als im Februar 1934 sein Vater Eugen Schönhaar im Berliner Gestapogefängnis Prinz-Albrecht-Straße ermordet wird, befindet sich der neunjährige Sohn Carlo zusammen mit seiner Mutter Odette bei den Großeltern in Lausanne im sicheren Ausland. Kurz darauf muss die Familie die Schweiz verlassen und begibt sich illegal nach Frankreich.
Dort kann Carlo Schönhaar zunächst in Südfrankreich seine Schulausbildung fortsetzen. Seit 1941 lebt die Familie in Paris, wo er das Gymnasium besucht und Kontakte zur französischen Widerstandsbewegung knüpft. Er schließt sich den Bataillons de la Jeunesse an und wird nach einem Streik von der Schule verwiesen. Im März 1942 wird Carlo Schönhaar zusammen mit einigen seiner französischen Freunde in Paris verhaftet und vor Gericht gestellt. Die Gruppe, die eine Aktion gegen eine nationalsozialistische Propagandaausstellung über die Sowjetunion geplant hat, ist von Gestapospitzeln entdeckt worden. Das Kriegsgericht verurteilt alle Angeklagten zum Tode. Carlo Schönhaar wird im Alter von 17 Jahren am 17. April 1942 zusammen mit seinen französischen Freunden auf dem Mont Valerien in Paris ermordet.

Quellen:
DENK-ZEICHEN e.V.
Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin
Karl-Heinz Jahnke: Jugend im Widerstand 1933-1945
Briemarken der DDR, 1961

Medien

Fotos

Kostenlos dank Ihrer Hilfe

Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.

Danke an Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein und 6 weitere.
Unterstützen

Stolpersteine in der Nähe

Alle Stolpersteine in Esslingen am Neckar

Quellen & Impressum

DENK-ZEICHEN e.V. Esslingen

mailto: kontakt@denkzeichen.com