Biography of Elisabeth Neumann, Alice Eiger and Hermann Eiger
Nordstr. 52
Elisabeth Neumann
Alice und Hermann Eiger
Im Erdgeschoss der Nordstraße 52 wohnten die jüdischen Eheleute Neumann. Elisabeth Neumann, geb. Goldschmidt, wurde am 9.9.1887 in Hannover geboren. Herr Neumann war Rauchwarenhändler. Er starb bereits 1936.
Es scheint so, dass daraufhin Frau Neumann die jüdischen Eheleute Alice (geb. Rosenhain am 6.12.1907 in Berlin) und Hermann Eiger (geb. am 23.5.1908 in Warschau) bei sich aufnahm. Frau Neumann war wahrscheinlich eine Freundin der Eltern von Hermann, denn diese wohnten in der Nordstraße 24. Alice und Hermann Eiger kamen 1937 von Oppeln zurück nach Leipzig. Hermann Eiger war Kaufmann und Inhaber einer Firma für Krawatten und Herrenartikel.
Nach 1939 musste Elisabeth Neumann in eines der sogenannten "Judenhäuser", in die Eberhardstr. 11, ziehen. Das Haus wurde im Krieg zerstört. Es befand sich da, wo heute der Parkplatz nördlich des Hotels "The Westin Leipzig" ist.
Elisabeth Neumann (54 Jahre) wurde mit dem ersten Transport, der von Leipzig in den Osten ging, deportiert. Der Zug fuhr am 21.1.1942 nach Riga. Danach gibt es kein weiteres Lebenszeichen von ihr. Ob sie bereits auf dem Transport (es war ein bitter kalter Winter) umgekommen ist oder im Rigaer Ghetto, wissen wir nicht.
Ähnlich unklar bleibt das Schicksal der Eheleute Eiger. Bekannt ist, dass Hermann Eiger am 10.1.1940 in das KZ Sachsenhausen gebracht wurde und von dort aus am 13.9.1941 nach Groß-Rosen deportiert worden ist. Das KZ Groß-Rosen war ein Nebenlager von Sachsenhausen und befand sich zu dieser Zeit im Aufbau. Es ist also anzunehmen, dass Herr Eiger dort Zwangsarbeit leisten musste. Hermann Eigner (33 Jahre) kam am 8.12.1941 ums Leben.
Zu dieser Zeit befand sich seine Frau wahrscheinlich im Umschulungslager "Am Grünen Weg" in Paderborn. Das war ein Lager, das im Zuge der jüdischen Selbsthilfe junge Juden zu körperlicher, vorwiegend landwirtschaftlicher und gärtnerischer Arbeit als Vorbereitung auf ihre Auswanderung nach Palästina ausgebildet hatte. Eine Auswanderung war jedoch nicht mehr möglich. Am 1. März 1943 wurde das Lager aufgelöst und alle 98 Männer, Frauen und Kinder nach Auschwitz deportiert. Was mit Alice Eiger passierte ist unklar. Vermutlich wurde sie nach Warschau deportiert. Es lässt sich kein weiteres Lebenszeichen von Alice Eiger (35 Jahre) finden.
Alice Eiger war die Tochter von Anna Rosenhain, für deren Familie in der Scheffelstraße 21 Stolpersteine liegen.
Patenschaft: Hausbewohner Nordstr. 52 u. Familie Schmitz
Free thanks to your help
This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.
Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.Stolpersteine nearby
Edith Azderbal50 m
Frieda Bardfeld60 m
Frieda Bartfeld70 m
Felix Flaschmann70 m
Pinkus Falek70 m
Dora Gang80 m
Sources & Imprint
https://www.stolpersteine-leipzig.de
stolpersteine@archiv-buergerbewegung.de
Tel: 0341/3065175
Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Evangelisch-Lutherischer Kirchenbezirk Leipzig
Ephraim-Carlebach-Stiftung
Bürgerkomitee e.V.
Erich-Zeigner-Haus e.V.