Biography of Elfriede Maurer
Käthe-Kollwitz-Str. 33 (Haltestellenbereich)
Elfriede Maurer
Elfriede Lilienfeld wurde am 17. Dezember 1875 in Leipzig geboren. Zu ihrer großen Familie gehörte auch Cousine Anna Jaffé (siehe Stolperstein vor der Simsonstr. 2). Ihr Vater Victor war ein Unternehmer in der Textilbranche. Er war ein anerkanntes Mitglied der sächsischen Gesellschaft als „königlich sächsischer Kommerzienrat“ und Förderer der Wissenschaften des Judentums.
Am 2. März 1900 heiratete Elfriede den 14 Jahre älteren Alfred Maurer. Einen Tag später wurden sie in der Lutherkirche getraut, was zeigt, dass die jüdische Religion keine besondere Bedeutung für sie hatte. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Helmut (Jg. 1903) und Ilse (Jg. 1907). Beide überlebten als sog. „Halbjuden“ den Holocaust.
Alfred stammte aus einer Familie, die ebenfalls sehr erfolgreich in der Textilbranche aktiv war. Sein Vater war Eigentümer der Firma „Bernhard Maurer. Leinen- und Baumwollenwaren-Engros-Geschäft“. Als Alfred Maurer bereits 1916 starb, hinterließ er seiner Frau ein großes Vermögen, von dem Elfriede Maurer zehren konnte.
Ab 1930 wohnte Frau Maurer in der Promenadenstr. 33 (heute: Käthe-Kollwitz-Str.). Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 gewann ihre jüdische Abstammung plötzlich existentielle Bedeutung. Bis dahin war sie selbstverständliches Mitglied der Stadtgesellschaft. Mit den „Nürnberger Gesetzen“ von 1935 galt sie, obwohl konvertiert und assimiliert, als sog. „Volljüdin“. Von nun an verschärfte sich der schleichende Prozess der Enteignung und Stigmatisierung aller jüdischen Menschen. Auch Elfriede Maurer wurde die Wohnung im Zuge der Durchsetzung des „Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden“ vom April 1939 gekündigt. Auch sie musste in eines der so genannten „Judenhäuser“ ziehen. Von Krankheit gezeichnet, verschärfte sich der Leidensdruck nochmals, als ab Januar 1942 die Transporte in die östlichen besetzten Gebiete begann.
Dem konnte Elfriede Maurer (66 Jahre) nicht mehr standhalten. Sie starb am 9. Juni 1942. Die Umstände ihres Todes sind nicht endgültig geklärt.
Recherchen: Dorothee Jünemann
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