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Wohnhaus Familie Nathan ( genannt Bettches)

Biografie von Pauline Nathan geb. Goldschmidt, Cäcilie Nathan und Gertrude Nathan

Nathan (genannt Bettches)
Haus: Unter der Linde 2 / frühere Hausnr. 2
(german and english text)

Aus der Familie Nathan überlebte niemand den Holocaust. Alle drei Frauen wurden deportiert und ermordet.

Pauline Nathan
geborene Goldschmidt kam am 5. März 1884 in Falkenberg bei Homberg/Efze als Tochter des Handelsmannes Heinemann Goldschmidt und seiner Frau Zibora geborene Katz zur Welt.
Sie heiratete am 23. Dezember 1911 den um drei Jahre jüngeren Viehhändler und Metzger Hermann Nathan aus Roth. Hermann war der älteste Sohn von Abraham Nathan und seiner Frau Berta genannt Betti. Ihr Mädchenname war Stern und sie stammte aus Romrod bei Alsfeld.
Betti lebte bis 1939 und war die letzte in Roth verstorbene und auf dem hiesigen Friedhof begrabene Jüdin.
Die kleine Familie lebte in ärmlichen Verhältnissen, die sich verschlimmerten, als Hermann Nathan 1932 im Alter von 45 Jahren verstarb. Ausdruck dafür war, dass Pauline 1938 wegen ihrer wirtschaftlichen Probleme einen Antrag auf Erlass der Kennkartengebühr stellte, der sogar genehmigt wurde.

Cäcilie Nathan
Hermanns und Paulines gemeinsame Tochter und einziges Kind Cäcilie genannt Cilly kam am 2. August 1919 zur Welt. Anlässlich ihrer Geburt notierte Hermann Nathan in der auf wundersame Weise erhalten gebliebenen Familienbibel: „Mein l[iebes] Töchterlein Cilly Nathan wurde geboren am 2. August 1919“.
Cäcilie besuchte die Rother Volksschule. 1937 zog sie nach Frankfurt an die Adresse Taunusplatz 17 und arbeitete als Haushälterin. Krankheitsbedingt musste sie jedoch im Oktober 1938 zurückkehren und konnte nichts mehr zum Familieneinkommen beitragen.

Gertrude Nathan
Mit im Haushalt lebte Paulines unverheiratete Schwägerin Gertrude genannt Gerdi Nathan, geboren am 3. Februar 1897 als Tochter von Abraham und Berta (Betti) Nathan. Auf ihrer Kennkarte ist als Beruf Haushälterin angegeben. Zwischen 1937 und 1941 arbeitete sie offenbar in einem Marburger Gartenbaubetrieb. Sie brachte Gemüse und Kartoffeln zu den Kunden und soll von diesen manche Hilfe erfahren haben.

Die drei Frauen wurden am 8. Dezember 1941 in das Ghetto Riga deportiert. Nach der Auflösung des Ghettos wurden sie am 2. November 1943 weiter nach Auschwitz transportiert, wo sie vermutlich noch im November umgebracht wurden.

The Nathan family
Known as the “Bettches”
Address: 2 Unter der Linde / formerly: House #2

None of the Nathan family survived the Holocaust.
All three women were deported and murdered.

Pauline Nathan, neé Goldschmidt
March 5, 1884 in Falkenberg near Homberg/Efze —
probably November 1943 in Auschwitz

was the daughter of the merchant Heinemann Goldschmidt and Zibora Katz.
She married the cattle dealer and butcher Hermann Nathan from Roth, who was three years her junior, on December 23rd, 1911. He was the oldest son of Abraham Nathan and Berta “Betti” Stern. Betti came from Romrod near Alsfeld. She died in 1939, the last Jew to beburied at the cemetery inRoth. The small family lived in poor conditions, which became worse when Hermann Nathan died in 1932, at 45 years of age. In fact, their economic plight was so severe that Pauline applied for the cost of her identity card to be waived in 1938 … and this was granted to her.

Caecilie “Cilly” Nathan
August 2, 1919 in Roth —probably November

was the only child of Hermann and Pauline Nathan. When she was born, Hermann Nathan made the following entry in the family Bible, which has miraculously been preserved: “My darling daughter Cilly Nathan was born on August 2nd, 1919.”
Caecilie attended the school in Roth. In 1937, she moved to Taunusplatz 17, Frankfurt, and worked as a housekeeper. For health reasons, however, she had to return to Roth in October 1938, and could no longer contribute to the family income.

Gertrude “Gerdi” Nathan
February 3, 1897 in Roth – probably November 1943 in Auschwitz

was Pauline's unmarried sister-in-law, the daughter of Abraham and Berta Nathan. She and Pauline lived together. Her identity card indicates that she was a housekeeper, but she apparently worked for a horticultural farm in Marburg between 1937 and 1941. She delivered vegetables and potatoes, and her customers are said to have helped her out.
The three women were deported to the ghetto in Riga on December 8th, 1941. Following the closure of the ghetto, they were transported to Auschwitz on November 2, 1943, where they were murdered probably that same month.

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