Biografie von Bertha Stern geb. Rosenbusch, Hugo Stern, Louis Stern und Toni Roth geb. Stern
Familie Stern (genannt Hirne-Malches)
Haus: Unter der Linde 1 / frühere Hausnr. 98
(German and english text)
Bertha Stern
Der am 25. Januar 1861 geborene Mannes Stern, Sohn von Bonfang und Malchen geb. Wetzstein und Bruder von Herz Stern I, heiratete 1891 die aus Borken stammende Bertha Rosenbusch, geboren am 26. Mai 1869 als Tochter von Feist Rosenbusch und seiner Frau Gelle geb. Strauss aus Amöneburg.
Zusammen hatten sie die drei Kinder Louis, Hugo und Toni. Erst als ihre Kinder bereits erwachsen waren, bauten sie sich 1929 ein eigenes Haus. Damals soll ein Dorfbewohner bereits geunkt haben, dass die Familie hier keine dauerhafte Bleibe haben werde – was sich auf schreckliche Weise bewahrheitete. Mannes starb am 29. Januar 1933, hatte also nicht mehr viel von seinem neuen Anwesen.
Hugo Stern
Die Familie handelte mit Stoffen und unterhielt im Haus einen Laden. Nach dem Tod ihres Ehemannes führte Bertha das Geschäft zusammen mit ihrem jüngeren Sohn Hugo weiter. Hugo war am 7. Februar 1896 als zweiter Sohn der Eheleute geboren worden.
Mit einem Kastenwagen, vor den ein Pferd gespannt war, zog er über Land und verkaufte seine Waren. Als „Rethcher Hugo“ war er ein gern gesehener Händler.
Nach der Deportation des Gemeindeältesten Hermann Höchster im Dezember 1941 vertrat er die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde, namentlich in der Säkularisation des jüdischen Friedhofs und dessen Verkauf an drei Anlieger, welcher über die Bezirksstelle Hessen-Nassau der Reichvereinigung der Juden in Deutschland abgewickelt wurde.
Louis Stern
Der älteste Sohn Louis, geboren am 31. Mai 1894, wurde ebenfalls Kaufmann. Er arbeitete in einem Konfektionshaus in Frankfurt und kam nur am Vorabend des Sabbats für das Wochenende nach Hause. Am 2. Oktober 1938 meldete er sich allerdings polizeilich wieder in Roth an, vermutlich weil das Frankfurter Bekleidungsgeschäft „arisiert“ worden war, wodurch er seine Arbeit verloren hatte.
Die am 27. Juli 1898 geborene Tochter Toni heiratete 1936 den Witwer Markus Roth und emigrierte mit ihm und seinen drei Kindern aus erster Ehe in die USA (siehe dort).
Bertha, Hugo und Louis Stern wurden als letzte jüdische Familie am 6. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und später von dort weiter nach Auschwitz. Louis wurde am 29. Januar 1943 in Auschwitz umgebracht, Bertha und Hugo wurden am 18. Mai 1944 ermordet.
The Stern family
known as the “Hirne-Malches”
Address: 1 Unter der Linde / formerly: House #98
Bertha, Hugo, and Louis Stern were the last Jews from Roth to be deported to Theresienstadt, which occurred on September 6th, 1942. They were later transferred to Auschwitz. Louis was murdered on January 29th, 1943. Bertha and Hugo on May 18th, 1944.
Bertha Stern, neé Rosenbusch
May 26, 1869 in Borken —May 18, 1944 in Auschwitz
was the daughter of Feist Rosenbusch from Borken and Gelle Strauss born in Amoeneburg. In 1891 she married Mannes Stern (January 25, 1861 — January 29, 1933), who was himself the son of Bonfang Stern and Malchen Wetzstein and the brother of Herz Stern I.
They had three children, Louis, Hugo, and Toni. They first built their own home in 1929, when their children were already grown. Even at that time a village resident is said to have predicted that the family wouldn't remain in the village permanently. This prophecy was to come true in a terrible way.
Mannes died on January 29th, 1933, having little time to make use of his new home.
Hugo Stern
February 7, 1896 in Roth —May 18, 1944 in Auschwitz
The family ran a small fabric store in the house at 1 Unter der Linde. After the death of her husband, Bertha continued to run the store with her younger son, Hugo.
Hugo traveled with a box wagon and horse to sell his wares. Known as “Hugo of Roth”, he was a well-respected peddler.
Following the deportation of the community elder, Hermann Hoechster, in December 1941, Hugo Stern presided over the affairs of the Jewish, in particular overseeing the secularization of the Jewish cemetery and the sale of it to three village residents who owned land adjacent to the property. The sale was conducted via the Hesse-Nassau district office of the Reich’s Association of the Jews inGermany (Reichsvereinigung der Juden in Deutschland).
Louis Stern
May 31, 1894 in Roth —January 29, 1943 in Auschwitz
was Mannes and Bertha’s oldest son. He worked in a large department store in Frankfurt and lived there during the week, coming home on weekends, the evening before the Sabbath. He He registered himself with the authorities as having moved back to Roth on October 2nd, 1938, probably because the department store had been “arianized,” thus putting him out of a job.
Toni Stern, Mannes and Bertha's daughter, (see above) married the widower Markus Roth in 1936, and they emigrated to the US with their family in 1938.
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