Biografie von Johannetta LEVY, geb. Samuel, Moritz LEVY und Klara LEVY, geb. Wolf
Johannetta Levy, geb. Samuel (1857–1942)
Moritz Levy (1900–1942)
Klara Levy, geb. Wolf (1898–1942)
Johannetta Levy hatte mit ihrem Mann, dem Viehhändler Salomon Levy (1850–1933), zwölf Kinder: vier Jungen und acht Mädchen. Zwei der Mädchen starben bereits im Säuglingsalter, drei Söhne fielen im 1. Weltkrieg, drei Töchter und ein Sohn wurden in der Zeit des nationalsozialistischen Terrors ermordet.
Johannetta betrieb zusammen mit dem jüngsten Sohn Moritz im Erdgeschoß des Wohnhauses in der Burgstraße einen Stoff- und Textilladen. In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurden Haus und Geschäft demoliert. Spätestens ab März 1941 wurde das Gebäude zum sogenannten „Judenhaus“ erklärt, d.h. es wurde von den Nazis als eine Art „Sammelstätte“ genutzt, in der enteignete Juden konzentriert wurden. Neben den Eigentümern mussten dort zeitweise wenigstens sieben weitere Bollendorfer Juden – bis zu ihrer Deportation in die Vernichtungslager im Osten – zusammen leben. Für die Internierung in dem Haus mussten sie eine monatliche Miete zahlen.
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