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Wohnhaus der Familie Liebel

Biografie von Viktor, Julie, Georg und Anne Liebel

Heutige Adresse: Silcherstraße 11

Familie Liebel

Viktor Liebel
Geboren am 15. Oktober 1885 in Nikolsburg (Mähren), am 26. April 1942 nach Izbica deportiert, das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.
Viktor Liebel war Diplom Ingenieur bei der Maschinenfabrik Esslingen. Er heirate am 28. Dezember 1913 in Wien seine Frau Julie geb. Sussmann. Das Ehepaar hatte 2 Kinder, Georg und Anne.
Seit 1913 wohnte die Familie in Esslingen, doch musste Viktor Liebl als österreichischer Reserveoffizier in den Ersten Weltkrieg ziehen. Danach lebte die Familie wieder komplett in Esslingen, zunächst in der Ottilienstraße 18, später in der Silcherstraße 11.
Viktor Liebl war in Folge der Pogromnacht vom 13. November bis zum 12. Dezember 1938 im KZ Dachau interniert. Nach seiner Freilassung wohnte er wieder mit seiner Frau noch bis Anfang 1942 in Esslingen und später kurz in Stuttgart, von wo beide am 26. April 1942 nach Izbica verschleppt wurden.
Die Kinder Anne und Georg haben überlebt und für ihre Eltern einen Gedenkstein auf dem Ebershaldenfriedhof in Esslingen aufstellen lassen.

Julie Liebel
Geboren am 15. April1889 in Pitten / Niederöstreich, am 26. April 1942 nach Izbica deportiert, das genaue Todesdatum ist nicht bekannt.

Julie geb. Sussmann heirate am 28. Dezember 1913 in Wien ihren Mann Viktor Liebel. Das Ehepaar hatte 2 Kinder, Georg und Anne.
Seit 1913 wohnte die Familie in Esslingen, doch musste Viktor Liebl als österreichischer Reserveoffizier in den Ersten Weltkrieg ziehen. Danach lebte die Familie wieder komplett in Esslingen, zunächst in der Ottilienstraße 18, später in der Silcherstraße 11.
Viktor Liebl war in Folge der Pogromnacht vom 13. November bis zum 12. Dezember 1938 im KZ Dachau interniert. Nach seiner Freilassung wohnte er wieder mit seiner Frau noch bis Anfang 1942 in Esslingen und später kurz in Stuttgart, von wo beide am 26. April 1942 nach Izbica verschleppt wurden.
Die Kinder Anne und Georg haben überlebt und für ihre Eltern einen Gedenkstein auf dem Ebershaldenfriedhof in Esslingen aufstellen lassen.

Georg Liebel
Georg Liebl war der Sohn von Viktor und Julie Liebel.
Er wurde am 22. September 1916 in Wien geboren. Dies war dem Umstand geschuldet, dass sein Vater als österreichischer Offizier zum Kriegsdienst eingezogen worden war.
Georg nahm in der Schule am evangelischen Religionsunterricht teil und wurde in der heutigen Johanniskirche konfirmiert. Georg und seine Schwester lebten, wie es damals infolge von Aufklärung und Säkularisierung nicht selten vorkam, assimiliert und integriert in der Esslinger Gesellschaft. So stand in der bildungsbürgerlichen Familie Liebel die Hausmusik hoch im Kurs. Georg spielte als Cellist anspruchsvolle moderne Konzerte im Spielkreis des Esslinger Kammerchores. Er besuchte von 1923 bis 1927 die Volksschule in Esslingen, von 1927 bis 1936 das Realgymnasium (später Georgii-Gymnasium) und machte dort 1936 Abitur.
Er studierte seit April 1936 an der Technischen Hochschule Stuttgart Naturwissenschaften (Chemie). Im Juni 1938 wurde er „aus Rassegründen“ vom Studium ausgeschlossen. Er wanderte 1938 nach England aus und setzte bis 1940 das Studium an der Universität Leeds fort, ohne es jedoch abzuschließen. 1940 kam er als Internierter nach Kanada. Dort arbeitete er später als Firmenvertreter. Er war verheiratet, hatte 2 Kinder und lebte bis zu seinem Tod im Juli 1981 in Kanada (Montreal).

Anne (Anni) Liebel
Anne wurde am 13. Februar 1920 in Esslingen geboren. Sie besuchte von 1926 bis 1930 die Volksschule und von 1930 bis 1936 die Mädchenrealschule (heute Mörike-Gymnasium) in Esslingen.
Sie ist evangelisch aufgewachsen und wurde 1934 in der Esslinger Johanneskirche konfirmiert. 1936 kam sie mit einem Kindertransport nach England. Anne arbeitete dort dann zunächst in einer Fabrik in Leeds und besuchte nebenbei eine Abendschule, um das Abitur nachzuholen. Während des Krieges meldete sie sich freiwillig zum Zivildienst in der britischen Armee.
1945 kam sie mit der Civil Censorship Division der US-Army, die auch in England Personen mit Deutschkenntnissen gesucht hatte, nach Esslingen zurück. Nach ihrer Rückkehr nach England im Jahr 1947 reiste sie kurz darauf 1948 in die USA aus. Sie war verheiratet mit Henry Frankel und hatte eine Tochter (Judith).
1984 hat sie mit einer Besuchergruppe Esslingen wiedergesehen.

Quellen:
J. Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen
DENK-ZEICHEN e.V.

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Fotos

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